Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte Anwendung zur Verbesserung des Lymphflusses. In der Praxis erfolgen rhythmische Druckimpulse, die den Abfluss von Gewebsflüssigkeit über das Venen- und Lymphsystem fördern. Im Gegensatz zur herkömmlichen Massage liegt der Fokus nicht bei der Durchblutungsanregung, sondern es erfolgt eine Vorbehandlung der Bereiche am Bauch, Hals und den betreffenden Lymphknotenansammlungen. Genau in diesen zu therapierenden Gebieten, wo ein geregelter Abfluss vorbereitet werden soll. Im akuten Krankheitsstadium ist eine tägliche Behandlung zu empfehlen, ist die Schwellung rückläufig, genügen bis zu zwei Massageeinheiten pro Woche.

Bei der manuellen Lymphdrainage werden durch spezielle rhythmische Dreh-, Pump- und Schöpfgriffe entlang der Lymphbahnen das Gewebe stimuliert. Unter leichtem Druck wird der betroffene Bereich so lange bearbeitet, bis die angestaute Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Lymphgefäßsystem gelangt und abtransportiert wird. Meist hilft die behutsame Massage am Unterhautgewebe, doch es existieren auch Ausnahmen, wie akute Ödeme, wo bis in die tieferen Lymphstränge massiert wird.

Die Wirkungsweisen der manuellen Lymphdrainage sind in der Praxis ziemlich identisch, unterscheiden sich jedoch in den Bereichen ihrer Anwendung. Zum einen wirken sanfte Druckmassagen beruhigend auf das vegetative Nervensystem und stärken das Immunsystem. Bei körperlichen Beschwerden sorgen Lymphdrainagen für angenehme Entwässerung und entödematisierend. Bei allen Behandlungsmaßnahmen setzt eine wohltuende Wirkung und Schmerzlinderung ein.

Die Therapie der manuellen Lymphdrainage kann aber noch viel mehr. Zahlreiche hartnäckige, chronische Erkrankungen im HNO-Bereich lassen sich durch zarte und sehr feine Massagetechniken positiv beeinflussen. Ob chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Tinnitus oder Stresssituationen – diese Methode wirkt hervorragend auf das vegetative Nervensystem ein und erzielt eine wunderbare Tiefenentspannung. Ideal für präventive Maßnahmen und zur Vorbeugung des Burn-out-Syndroms.

Krankheitsbilder
Die Indikationen der manuellen Lymphdrainage sind höchst vielfältig und greifen in zahlreiche unterschiedliche physiologische Funktionen des Körpers ein. Als essenzieller Bestandteil der Physiotherapie stellt diese Behandlungsform eine Alternative oder zumindest eine wichtige Ergänzung zu herkömmlichen Therapiemaßnahmen dar.

Lymphödeme der Extremitäten
Traumatische Schädigungen wie Muskelfaserriss, Luxation, Distorsion, Hämatom
Narbenbehandlung
Behandlung des rheumatischen Formkreises
Arthrose
Sudecksche Dystrophie
Postthrombotisches Syndrom
Schwangerschaft
Fibromyalgie, Cellulitis, Sklerodermie, Mastodynie
Kontraindiziert sind hingegen akute Infektionen sowie Thrombosen mit Emboliegefahr. Krankheitsbilder, bei denen eine Therapie mit Vorsichtsmaßnahmen beginnen kann, sind:

Hypotonie
Chronische Entzündungen
Asthma bronchiale
Schilddrüsenfunktionsstörungen
Ödem infolge einer Carcinomtherapie oder cardiale Dekompensation
Bei Ödemen an den Extremitäten kann die manuelle Anwendung der Lymphdrainage eine
deutliche Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens hervorrufen. Die Kombination aus Kompressionsverband, Drainage und Bewegungstherapie führt zu einer optimalen Ödemreduktion. Daraus resultierende längere Behandlungszeiten ergeben sich aus der Pathophysiologie des Ödemgewebes. Dabei fokussiert sich die Maßnahme auf die Funktionsweise der Lymphangiomotorik und die lymphpflichtige Last wird langsam aus der Extremität geschoben. Anders ist die Situation bei der Behandlungsvariante von Hämatomen – sie lassen sich mit wenigen aber längeren Massageeinheiten völlig abdrainieren und die schmerzlindernde Wirkung entfalten.

Auch bei einem Muskelfaserriss verringert diese Art der Physiotherapie die Heilungsdauer wesentlich. Auf Basis derselben Therapie können Narbenbehandlungen durchgeführt und der gestörte Lymphabfluss wiederhergestellt werden – eine verbesserte Wundheilung und Narbenbildung sind die Folge. Bei Arthrosen und rheumatischen Erkrankungen zielt die Lymphdrainage auf eine schmerzlindernde und entödematisierende Wirkung ab, um für eine verbesserte Bewegungsfreiheit zu sorgen.

Doch die händisch ausgeübte Kombination aus Druckausleitung und Massage kommt auch gesunden Menschen zugute. Bei Cellulitis beispielsweise hilft diese Therapieform ungewollte Schwellungen zu reduzieren und das gesamte Erscheinungsbild der Haut an den Extremitäten zu ebnen.